Projekte

Aktuelle Projekte

Structuralism in the Mind Sciences
Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2025

The project "Structuralism in the Mind Sciences" is about exploring and combining the concepts of structural mental representation and neurophenomenal structuralism about consciousness.

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Was ist und was soll Political Correctness?
Laufzeit: 01.10.2022 bis 30.09.2024

Mit der sogenannten Political Correctness soll reguliert werden, wie man öffentlich sprechen und darstellen darf und wie man dies nicht darf. Befürworter der Political Correctness erachten sie als notwendig, um marginalisierte Gruppen und Individuen vor Beleidigungen und vor politisch-moralisch inakzeptabler Ungleichbehandlung zu schützen. Gegner der Political Correctness erachten sie als ein sowohl inakzeptables als auch nutzloses Mittel zur Bevormundung und zur Einschränkung der Rede- und Darstellungsfreiheit. Gemeinsam mit PD Dr. Jörn Knobloch (Universität Leipzig) verfasse ich eine Monografie mit dem Titel "Was ist und was soll Political Correctness?" (Arbeitstitel), die im Frühjahr 2024 auf dem Buchmarkt erscheinen soll. Knobloch und ich untersuchen (für eine akademische und nicht akademische Leserschaft formulierend), was Political Correctness ist, wozu sie genau dienen soll, weswegen Befürworter und Gegner ideologisch weit kürzer auseinanderliegen, als es auf den ersten Blick scheint, und wie man Political-Correctness-Debatten, die in Kulturkämpfe münden könnten, "einzufrieden" vermag.

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Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (AZP) Beihefte
Laufzeit: 01.01.2021 bis 31.12.2027

Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (AZP) Beihefte

Herausgegeben von Michael Hampe, Andreas Hetzel, Eva Schürmann und Harald Schwaetzer.

https://www.frommann-holzboog.de/periodika/911

Die neu ins Leben gerufene Schriftenreihe ›Allgemeine Zeitschrift für Philosophie. Beihefte‹ ergänzt die Zeitschrift um Monographien und Sammelbände, die es Wissenschaftler*innen ermöglichen, Themen in umfassenderen Zusammenhängen darzustellen. Die Reihe entspricht dem inhaltlichen Profil der Zeitschrift und ist wie diese offen für das gesamte Spektrum der Philosophie.

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Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (AZP)
Laufzeit: 01.01.2016 bis 31.12.2025

Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (AZP)
Herausgegeben von Eva Schürmann, Andreas Hetzel, Michael Hampe und Harald Schwaetzer

https://www.frommann-holzboog.de/azp

Seit 1975 fördert die ›Allgemeine Zeitschrift für Philosophie‹ mit jährlich drei Heften den professionellen Gedankenaustausch aller am philosophischen Denken Interessierten. Inhaltlich ist die Zeitschrift offen für alle Richtungen und Meinungen der Philosophie in der ganzen historischen, geographischen und systematischen Breite. Diese Offenheit entspricht dem Auftrag, dem die Zeitschrift sich durch ihren Namen verpflichtet weiß. Respekt vor der philosophischen Tradition öffnet die Augen für Neues, Fremdes, Fremdgebliebenes, bislang Vernachlässigtes. Um Themen dieser Art Raum zu geben, sind ein oder zwei Hefte jedes Jahrgangs einem Schwerpunktthema gewidmet. Der wissenschaftliche Beirat fördert die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen im weltweiten philosophischen Diskurs. Zur Auswahl eingereichter Beiträge wird ein Peer-Review genutzt. Die Publikationssprache ist Deutsch.

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Theorien des Sehens (Monographie)
Laufzeit: 01.01.2021 bis 31.12.2024

Titel: Theorien des Sehens (Monographie), Kooperationspartner: Dr. Joerg Fingerhut, HU Berlin

Abstract
Unterschiedliche Theorientraditionen erforschen die visuelle Wahrnehmung in je verschiedenen Hinsichten. Während mit der Untersuchung der Natur und Neurobiologie des Sehens indessen nichts über die erstpersonale Erfahrung der Wahrnehmung geklärt wird, kann die Kultur und Praxis des Sehens den Zusammenhang mit optischen oder physiologischen Prinzipien nicht klarmachen. Gerade in seiner janusköpfigen Zwitterstellung zwischen Bewusstsein und Welt agiert der Sehsinn jedoch mitten in der Differenz von Geist und Gehirn bzw. von Geist und Welt. Denn er ist gleichsam in zwei Richtungen geöffnet, auf die sichtbare Welt ebenso wie auf die Person des Sehenden, die gemäß ihren Prägungen durch Erinnerung und Erwartung, Gewohnheit und kulturelle Muster wahrnimmt. Die subpersonalen, personalen und bewussten Ebenen des Sehens stellen sehr verschiedene Untersuchungsgegenstände dar, die in dem Band zusammen geführt werden sollen.

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Ästhetik des Rechts.
Laufzeit: 01.10.2017 bis 30.06.2025

Dieses Projekt untersucht inwieweit sinnlich-ästhetische Mittel, Kriterien und Vermittlungsformen notwendige Bestandteile der Legitimierung demokratischer Rechtssysteme sind. Dies beinhaltet nicht nur rein dekorative Aspekte politischer und rechtlicher Darstellungs- und Repräsentationsweisen, sondern auch die Mittel, mit denen politische und juridische Ideen überhaupt erst geformt, ausgedrückt, dargestellt und sinnlich wahrnehmbar gemacht werden. Vor allem geht es in diesem Projekt um die Elemente auf denen sich das Rechtsempfinden, die Rechtsfortbildung, Rechtsprinzipien und die intuitiven Urteile der Rechtspraxis stützen.

Erste Ergebnisse des Projektes finden Sie hier:
Eva Schürmann und Levno von Plato (Hrsg.) Rechtsästhetik in rechtsphilosophischer Absicht. Untersuchungen zu Formen und Wahrnehmungen des Rechts, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2020.
https://www.nomos-shop.de/nomos/titel/rechtsaesthetik-in-rechtsphilosophischer-absicht-id-87772/

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Philosophy and the Mind Sciences (Not-for-profit open access journal)
Laufzeit: 01.01.2020 bis 31.12.2025

Philosophy and the Mind Sciences (PhiMiSci) focuses on the intersection between philosophy and the empirical mind sciences. PhiMiSci is a peer-reviewed, not-for-profit open-access journal that is free for authors and readers.

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Moralisches Nichtwissen
Laufzeit: 01.04.2020 bis 31.03.2026

Mein Habilitationsprojekt nimmt seinen Ausgang in den aktuellen Debatten um epistemische Voraussetzungen moralischer Verantwortung. Dabei geht es mir im Kern um die Frage, welche Rolle moralisches Nichtwissen für die Angemessenheit moralischer Vorwürfe spielt. Mithin ob, auf welche Weise und unter welchen Umständen verwerfliches Handeln gerechtfertigt, entschuldigt oder verziehen werden kann oder gar sollte, insofern ein:e Akteur:in ihre Handlung nicht als moralisch falsch betrachtet. Dafür erachte ich es einerseits als zentral, zu klären, was moralisches Nichtwissen überhaupt ist und ob hierbei zwischen verschiedenen Problemen differenziert werden muss, wie etwa dem Vorliegen falscher moralischer Überzeugungen, einem defizitären Problembewusstsein oder mangelnder Aufmerksamkeit für moralisch relevante Merkmale einer Situation. Andererseits erachte ich es als zentral, die soziale Situiertheit von Akteur:innen als eine besondere epistemische Situation mit in Betracht zu ziehen, wobei mich insbesondere die Relevanz sozialer Normen und Erwartungen interessiert, gerade auch in Kontexten vorherrschender struktureller Ungerechtigkeiten.

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Philosophinnen im Philosophie- und Ethikunterricht
Laufzeit: 01.04.2023 bis 30.09.2025

Obwohl sich auch Frauen zu allen Zeiten von der Antike bis in die Gegenwart mit philosophischen Fragen auseinandergesetzt haben, ist deren weitgehende Abwesenheit im philosophischen Kanon auffallend, ebenso wie die Marginalisierung der Forschung zu den Klassikerinnen der Philosophie. Im fachwissenschaftlichen Diskurs und in der Hochschullehre zeichnen sich diesbezüglich allmählich Veränderungen ab, an den Schulen besteht jedoch noch Nachholbedarf: Allein der Blick in die einschlägigen zugelassenen Lehrwerke bzw. Schulbücher der Bundesländer in Deutschland für die Fächer Philosophie und Ethik der gymnasialen Oberstufe offenbart, dass Philosophinnen dort im Vergleich zu Philosophen in bedeutendem Maße unterrepräsentiert sind. Möchten Lehrkräfte dies in Hinblick auf einen modernen, vollständigen und geschlechterdiversen Philosophie- und Ethikunterricht ändern, so sind sie bisher weitgehend auf sich selbst gestellt. Denn es findet sich auch über die Schulbücher hinaus nur in geringem Umfang Lehrmaterial, in dem Texte von bedeutenden Philosophinnen für den Schulunterricht eingeordnet, reduziert und aufbereitet sind. Wenn solche Texte in Schulbüchern abgedruckt sind, fehlt es meist an umfangreicher Einordnung und Einführung der Autorinnen und der Texte. Ausgehend von diesem Befund werden wir einen Band herausgeben, der praxistaugliches Lehrmaterial zur Verfügung stellen soll und sich dabei in der Auswahl der Texte sowohl an der Bedeutung der jeweiligen Philosophin für die Philosophie(geschichte), als vor allem auch an deren Bezügen zur Lebenswelt der Schülerinnen vor dem Hintergrund der zentralen Unterrichtsthemen der gymnasialen Oberstufe orientieren soll.

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Exemplarität und Einbildungskraft
Laufzeit: 01.01.2024 bis 31.12.2024

Im Handeln und Urteilen spielen Beispiele eine nicht unerhebliche Rolle. Dabei haben wir es stets mit einer Vermittlung zwischen Besonderem und Allgemeinen zu tun. Gleichwohl lassen sich zwei gegenläufige Funktionen ausmachen: Während das Beispiel einerseits eine rein illustrative Funktion haben kann, die der Veranschaulichung eines Allgemeinen dient, kann es andererseits auch eine exemplarische Funktion haben, insofern es ein Allgemeines zum Ausdruck bringt, das sich (noch) nicht in einer Regel fassen lässt. Am Exempel besteht in jüngerer Zeit gerade auch innerhalb der Moralphilosophie und der politischen Philosophie ein wachsendes Interesse (siehe etwa Archer/Matheson 2021, Beran 2021, Boehm 2022, Cherry 2017, Croce 2020, Ferrara 2008, Naumann 2020, Vaccarezza 2020 und Zagzebski 2017). Diese Entwicklung wollen wir aufgreifen und dabei auf die Beziehung zwischen derjenigen Person, an der jemand sich ein Beispiel nimmt, und derjenigen Person, die als Exempel gilt, fokussieren. Um sich ein Beispiel nehmen zu können, sind bestimmte Fähigkeiten erforderlich: Urteilskraft, um etwas – einen Charakter, ein Verhalten, ein Muster – als exemplarisch zu erkennen wie auch die Fähigkeit zur Abstraktion und Analogiebildung im Sinne der Übertragung eines Sachverhalts oder Verhaltens auf einen anderen Kontext. Vor allem aber benötigt man, um sich ein Beispiel zu nehmen, Einbildungskraft. Denn diese befähigt uns, im Sinne der Standpunktübernahme an der Stelle eines anderen zu denken (KU 05: 294 f.) und uns etwas Kontrafaktisches vorzustellen. Doch was sich jemand angesichts seiner sozialen Situiertheit vorstellen kann, prägt, wer ihm als Beispiel dienen kann und andersherum, entscheiden politische und soziale Kontexte darüber, wer als Beispiel gelten kann. Dieser Zusammenhang zwischen Einbildungskraft und Exemplarität wurde in der philosophischen Debatte um Exemplarität jedoch wenig thematisiert. Nimmt man diesen Befund ernst, so stellt sich die Frage, was daraus für Handeln und Urteilen folgt. Der Themenkomplex berührt somit Debatten um Hegemonie und Marginalisierung und die Frage danach, ob diese Strukturen durch den Verweis auf Exempel verschleiert und perpetuiert werden oder ob sie das Potenzial bieten, diese aufzubrechen.

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Abgeschlossene Projekte

Structural Models of Phenomenality
Laufzeit: 01.04.2019 bis 30.09.2023

According to the classical understanding, phenomenal properties are intrinsic and qualitative, while science captures relational or structural properties only. In the scientific study of consciousness, however, methods are used that aim to model and discriminate individual experiences, including their phenomenal character, by structural features (typical examples comprise quality spaces and the methods and measures of psychophysics). The project shall investigate the methodological and ontological implications of structural models of phenomenality from the perspective of philosophy of science. It will explore how objective third-person models of subjective first-person experience and consciousness should be set up and what their promises and possible limitations are.

Questions of interest include:
(1) What is the connection between the intrinsic/structural distinction and the introspective/extrospective distinction?
(2) What general modeling types, techniques, formalisms, tools and (representational) formats are used in consciousness studies? (This includes a close look to some of the empirical projects of the RTG.)
(3) What are the limits of structural modeling approaches and how does this relate to "qualia inversion” scenarios?
(4) What are the metaphysical implications of structural models of phenomenality (e.g. in view of a structural realism about qualia or Russellian monism)?

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GeSiMEx: Generalizability and Simplicity in Mechanistic Explanations
Laufzeit: 01.10.2020 bis 30.04.2022

Explanations in neuroscience are often delivered by models of mechanisms. However, many brain mechanisms contain a large number of distinct components and span several levels of organization. As a consequence, neuroscientists often face a choice problem: Which components and levels should be included in a model? Or simply: Which model is the best one among a set of rival multi-level mechanistic models?

In order to resolve such choice problems, neuroscientists use more or less explicit simplicity and generalizability measures, among other criteria. Simplicity targets questions such as: How many levels should be included in order to mechanistically explain a particular behavioral or cognitive phenomenon? How precisely should the components and interactions of these various levels be described? Simplicity considerations of this kind are of a very different nature than classical curve-fitting procedures. Generalizability concerns questions such as: To how many phenomena should a particular model apply, and over how many individuals and species should it generalize? Balancing the sometimes conflicting dual criteria of simplicity and generalizability is of paramount importance when developing models of multi-level brain mechanisms.

The overall research question of this project concerns the norms and practices by which simplicity and generalizability are applied as criteria for the development of models of multi-level mechanisms in neuroscience. By determining on the basis of several in-depth case studies how these criteria are, and should be, applied in current neuroscientific research, this project aims to clarify how the best multi-level mechanistic explanations are developed and selected. Thus, it is expected to not only contribute to an improved philosophical conception of mechanistic explanation in neuroscience, but to also deliver normative guidelines for current scientific research.

More concretely, the aims of this project are fourfold: (1) Generally, to develop an improved philosophical account of multi-level mechanistic explanation in neuroscience, with an emphasis on simplicity and generalizability as criteria of explanatory adequacy. (2) To articulate an account of simplicity as a criterion for assessing the explanatory adequacy of multi-level mechanistic explanations. (3) To articulate an improved understanding of generalizability in mechanistic explanatory practice. (4) Finally, a scientific objective is to articulate normative guidelines for model-development and model-selection to be used in future neuroscientific research.

The project will consist of two closely inter-locked subprojects, carried out by two research teams at Witten/Herdecke University and the University of Magdeburg.

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Wissenschaftstheorie der kognitiven Neurowissenschaften
Laufzeit: 01.12.2014 bis 30.11.2019

Die kognitiven Neurowissenschaften besitzen Leuchtturm- und Leitdisziplins-Charakter für die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts, eine umfassende Aufarbeitung und Darstellung der wissenschaftstheoretischen Fragestellungen der kognitiven Neurowissenschaften in ihrer ganzen Breite stellt aber bislang ein Forschungsdesiderat dar. Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche elaborierte wissenschaftstheoretische Forschungsfelder wie etwa die Debatte um mechanistische Erklärungen, die Theoriebildung in den sozialen Neurowissenschaften oder Methodenfragen bildgebender Verfahren, um nur einige wenige zu nennen, ein Überblick über das gesamte Feld der Wissenschaftstheorie der kognitiven Neurowissenschaften existiert jedoch nicht, weder im deutschsprachigen noch im angelsächsischen Raum. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt strebt den Versuch eines derartigen Überblicks in Buchform an.

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Funktionale-Rollen-Semantik und soziale Kognition
Laufzeit: 01.01.2014 bis 31.12.2018

Das Projekt behandelt die Frage, inwieweit eine internalistisch konzipierte Semantik funktionaler Rollen kognitiver Zustände mit einer externalistisch konzipierten, sozial-kognitiven Semantik auf Grundlage einer Gebrauchstheorie der Bedeutung zusammengebracht werden kann.

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Erweiterte Kognition und mentaler Externalismus
Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2016

Die These der erweiterten Kognition besagt, dass kognitive Systeme nicht auf das neuronale System beschränkt sind, sondern sich über die traditionellen Systemgrenzen hinaus in die Welt erstrecken. Eine derartige Erweiterung der kognitiven Vehikel führt zugleich auf einen neuartigen Gehalts-Externalismus, den man als aktiven Externalismus bezeichnen kann. Der Projekt verfolgt das Ziel, die Thesen der erweiterten Kognition und des aktiven Externalismus zu präzisieren und den aktiven Externalismus von seinen verschiedenen passiv-externalistischen Vorläufern in Form des physikalischen, historischen und sozialen Externalismus zu unterscheiden und in seinen Besonderheiten zu untersuchen.

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Technische Agentenschaft Eine minimale Theory of Mind
Laufzeit: 01.01.2010 bis 31.12.2013

1. Es soll eine Typologie von Handlungserklärungen entwickelt und auf Erklärungskonflikte und Erklärungsreichweiten hin untersucht werden.2. Schwerpunktmäßig soll systematisch eine minimale Theory of Mind für nicht-ideale Agenten entwickelt werden. Dafür ist eine Agentenkonstruktionsmethode der philosophischen Agency-Debatte und Theory of Mind-Forschung aufzugreifen und weiterzuentwickeln.3. Die entwickelte Theorie soll gezielt auf eine Modellsituation aus der Mensch-Maschine-Systemforschung angewendet werden. Durch die Kooperation mit einemTeilprojekt des SFB TRR 62, das Bildgebungsstudien durchführt, soll folgende Hypothese getestet werden: Können technische Agenten mit minimaler Theory ofMind und expliziten kognitiven Architekturen für Menschen so erscheinen, als hätten sie eine starke Theory of Mind?

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Ontologische und epistemologische Analyse des Higgs-Mechanismus im minimalen Standardmodell
Laufzeit: 01.07.2008 bis 30.06.2013

Eines der herausragenden Ziele der Forschung am LHC ist es, den Ursprung der Teilchenmassen zu erklären. Seit vielen Jahren nimmt der Higgs-Mechanismus unter den entsprechenden theoretischen Modellen eine herausragende Stellung ein. Mit einem einzigen, noch unbekannten neuen Parameter, der Higgs-Masse, sichert er nicht nur die innere Konsistenz der Theorie, sondern hält bislang auch allen experimentellen Tests stand. Eine stichhaltige Bestätigung des Higgs-Mechanismus erfordert jedoch den Nachweis eines neuen physikalischen Teilchens, des so genannten Higgs-Bosons. Doch trotz seiner Einfachheit, Flexibilität und Vereinbarkeit mit den experimentellen Befunden steht eine große Zahl von Physikern dem Higgs-Mechanismus sehr skeptisch gegenüber. Die Gründe dafür sind zahlreich und auch vielfach in der physikalischen Literatur dokumentiert. Sie haben im Laufe der Jahre zu einer Fülle von alternativen Theorien geführt, von denen jedoch keine den Higgs-Mechanismus verdrängen konnte. 
Ziel des Projekts ist es, dieses überraschende Dilemma einer Theorie bzw. eines zentralen Bestandteils einer in wesentlichen Aspekten bestätigten Rahmentheorie, nämlich einerseits einfach und experimentell viel versprechend, andererseits aber theoretisch nur schwer motivierbar zu sein, unter ontologischen und epistemologischen Gesichtspunkten zu beleuchten. IIn ontologischer Hinsicht geht es um den Status des Higgs-Teilchens im Vergleich zu anderen Elementarteilchen der Rahmentheorie und die generelle Frage, wie (gebrochene) Eichsymmetrien und die sich aus ihnen ergebenden Entitäten realistisch zu interpretieren sind. Epistemologisch gesehen geht es um die Interaktion der verschiedenen Teile des Higgs-Mechanismus (Lagrangefunktion, spontane Symmetriebrechnung, Quantisierung), den Vorwurf, eine ad-hoc-Lösung eines Problems im Standardmodell zu sein, und die genauere Bestimmung seiner Einfachheit.

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Strukturenrealismus und humeanische Metaphysik
Laufzeit: 01.07.2008 bis 30.06.2013

Unter Strukturenrealismus (SR) versteht man die These, dass unser Wissen über die theoretischen Entitäten unserer reifsten wissenschaftlichen Theorien vorzugsweise oder ausschließlich struktureller und nicht gegenständlicher Natur ist. SR ist somit als eine moderate Variante des wissenschaftlichen Realismus ansehbar. Das Projekt untersucht die Frage, ob und in welcher Weise eine humeanisch und nominalistisch motivierte Metaphysik, speziell humeanische Konzeptionen von Naturgesetzen, mit der Position des SR vereinbar sind.

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Kooperativer Kommentar zu Kants Prolegomena
Laufzeit: 01.10.2009 bis 30.09.2012

Immanuel Kants "Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können" bieten einerseits einen hervorragenden Einstieg in die kantische Transzendentalphilosophie, setzen gegenüber der "Kritik der reinen Vernunft" aber zugleich auch eigene und originelle thematische Akzente. Es ist daher ein verwunderliches Desiderat der Forschung, dass kein umfänglicher zeitgenössischer Kommentar der Prolegomena existiert. Das Projekt sucht diese Lücke zu schließen, indem es die Organisation und Durchführung eines "kooperativen Kommentars" zu Kants Prolegomena anstrebt, bei dem der Text schrittweise von international anerkannten Kant-Fachleuten analysiert und kommentiert wird.

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Extended Mind-Konferenz
Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.12.2009

Internationale Konferenz
"The Extended Mind Thesis in Theory and Applications"
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Bielefeld
23.-25. November 2009
Die Kognitions- und Neurowissenschaften erleben spätestens seit den späten neunziger Jahren einen enormen programmatischen und paradigmatischen Richtungsschub, der sich in den Schlagworten Embodiment, Situated Cognition und Dynamizismus manifestiert. Im Kern dieser Entwicklung steht die Einsicht, dass sich die in einem kognitiven System ablaufenden Prozesse nicht losgelöst von den körperlichen Gegebenheiten des Systems, seiner situativen Einbettung in eine Umgebung und seine dynamische Interaktion mit der Umgebung verstehen lassen. In Folge dessen verschwimmt die intuitiv einleuchtende Grenzziehung zwischen dem ?Innen? und dem ?Außen? eines kognitiven Systems, zwischen dem, was sich im ?Geist? abspielt, und dem, was sich vermeintlich außerhalb der Grenzen des Geistes im Körper und der Umwelt abspielt. Aus diesem Grund haben in der einschlägigen philosophischen Debatte anknüpfend an die Strömungen des Embodiment, der Situated Cognition und des Dynamizismus einige Autoren dafür argumentiert, dass kognitive Prozesse nicht nur auf den lokalen Verarbeitungsapparat, die neuronale Maschinerie, eines kognitiven Systems beschränkt sind, sondern sich in die Umgebung, in externe kognitive Werkzeuge und in soziale Gemeinschaften hinein erstrecken. Diese Extended Mind Thesis (EMT) wurde vor allem durch einen Aufsatz von Andy Clark und David Chalmers (1998) prominent gemacht und seither in der angelsächsischen Debatte prominent dikutiert.
Demgegenüber ist der EMT in der entsprechenden deutschsprachigen Forschungslandschaft bislang kaum Beachtung geschenkt worden, und zwar weder von philosophischer Seite noch aus der Perspektive der empirisch arbeitenden Kognitions- und Neurowissenschaften. Vorrangiges Ziel der Tagung ist es, diese Lücke zu schließen, indem einerseits das Bewusstsein für eine philosophische Auseinandersetzung mit der EMT auch im deutschsprachigen Raum geschärft werden soll und andererseits in enger Zusammenarbeit mit Kognitions- und Neurowissenschaftlern geklärt werden soll, inwieweit in deren alltäglicher Arbeits- und Forschungspraxis die EMT implizit vorausgesetzt oder gar aktiv betrieben wird.

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Norms of Explainable Artificial Intelligence
Laufzeit: 01.10.2018 bis 30.09.2019

Explainable AI is dedicated to solving the so-called Black Box Problem in AI: the problem that arises because the computing systems developed for artificial intelligence are increasingly opaque. Although such systems may be capable of solving many complex problems in AI, it is often unclear why they do what they do or how they work. Explainable AI is dedicated to solving the Black Box Problem by rendering such opaque systems transparent. But how should Explainable AI explain? What are the explanatory norms that should be satisfied by current XAI methods?

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Machine Learning and the Mind
Laufzeit: 01.07.2017 bis 01.07.2019

Aktuelle Methoden des maschinellen Lernens haben in der näheren Vergangenheit zur Entwicklung revolutionärer Technologien beigetragen. Was aber sind ihre philosophischen Konsequenzen? Inwiefern soll man davon ausgehen, dass maschinelles Lernen zur maschinellen Intelligenz führen wird? Dieses Projekt widmet sich der Urfrage der künstlichen Intelligenz–können Maschinen denken?–im Lichte gegenwärtiger Technologien wie Deep Learning in künstlichen neuronalen Netzwerken.

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Models of Mechanisms in Computational Neuroscience
Laufzeit: 01.04.2017 bis 31.10.2018

A philosophical investigation of the norms of model-development, model-integration and model-selection in cognitive and computational neuroscience. International collaboration between researchers in Magdeburg, Witten, and Warsaw.

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A Mechanistic Reading of Marr's Levels
Laufzeit: 01.10.2015 bis 30.09.2017

David Marrs Erklärungsmodell, welches zwischen Rechen-, Algorithmischer-, und Implementationsebene unterscheidet, ist und bleibt das meistzitierte Erklärungsmodell in der Kognitionswissenschaft. Dennoch ist unklar, wie sich dieses Erklärungsmodell von denen unterscheidet, die in der Wissenschaftstheorie besprochen werden. In diesem Forschungsprojekt geht es darum, Marr's Erklärungsmodell mit den Prinzipien der mechanistischen Erklärung, wie sie vor allem in der Biologie und Neurowissenschaft angewendet werden, zu vergleichen.

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Models and Mechanisms in Network Neuroscience
Laufzeit: 01.08.2014 bis 01.08.2017

Die Netzwerkneurowissenschaft befasst sich mit Netzwerkstrukturen auf mehreren Gehirnebenen, und versucht, kognitive Phänomene durch die Darstellung und Modellierung dieser Strukturen zu erklären. Welche Erklärungsmuster werden hier angewendet? Unterscheiden sich diese von den Erklärungsmustern, die z.B. in der molekularen und kognitiven Neurowissenschaft angewendet werden?

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Computational Cognitive Neuroscience
Laufzeit: 01.01.2016 bis 31.12.2016

Top-down und Bottom-up strategien in den kognitiven Neurowissenschaften: Wie funktionieren sie, und wie unterscheiden sie sich? Wie werden methoden aus KI, Mathematik, und Informatik verwendet, um neurowissenschaftliche Theorien zu formulieren und zu testen?

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Bayesian Reverse-Engineering
Laufzeit: 01.10.2013 bis 01.12.2016

Bayesianische Modelle werden in der Kognitionswissenschaft verwendet, um Kognition und Verhalten auf der Marrschen "Rechenebene" zu beschreiben. Inwiefern diese Modelle aber auch dazu dienen, auf die Struktur und Funktion neuronaler Mechanismen zu schließen, ist unklar. In diesem interdisziplinären Forschungsprojekt geht es darum, die Methode des "Bayesian Reverse-Engineering" anhand aktueller wissenschaftlicher Beispiele aufzudecken und darzustellen.

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Sensomotorische Grundlagen der Sprache und Mathematik
Laufzeit: 01.12.2008 bis 28.11.2013

Linguistische und mathematische Fähigkeiten werden oft als höherstufige kognitive Fähigkeiten gesehen, die sich von niegerstufigen sensomotorischen Fahigkeiten unterscheiden. Dieses Projekt hinterfragt diese Unterscheidung, und versucht, sogenannte symbolische Fahigkeiten sensomotorisch zu begründen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Prozesse der räumlichen Vorstellung sowie der visuellen Formerkennung.

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Die Frage nach der Begründung und der Reichweite des Rechts auf Eigentum
Laufzeit: 01.10.2018 bis 30.09.2022

Obwohl das Recht auf Eigentum, insbesondere das Recht auf Privateigentum das Zusammenleben in allen modernen Staaten maßgeblich prägt und obwohl es zweifellos von philosophischem Interesse ist, wie sich dieses Recht begründen lässt und wie weit es gegebenenfalls reicht, hat die Philosophie der Gegenwart dieses Thema in den letzten Jahrzehnten weitgehend ignoriert. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass seit 1970 im deutschsprachigen Raum keine einzige nennenswerte systematische Monographie zu diesem Thema erschienen ist. Bei den wenigen einschlägigen Veröffentlichungen handelt es sich fast durchweg um philosophiehistorische Veröffentlichungen.
Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Frage nach dem Recht auf Eigentum wieder auf die Tagesordnung der Gegenwartsphilosophie zu setzen. Zu diesem Zweck werde ich zuerst gemeinsam mit Dr. Christoph Widdau eine Tagung zum Thema "Das Recht auf Eigentum: seine Begründung und seine Grenzen" vorbereiten. Die Tagung wird im März 2022 an der OVGU stattfinden. Langfristig ist darüber hinaus die Edition einer Anthologie mit dem Titel Eigentumstheorien geplant. Darin sollen die klassischen Beiträge zur Theorie des Eigentums sowie zur Kritik am Recht auf Eigentum versammelt werden.

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Selbsttötung, Sterbehilfe und ärztliche Beihilfe zum Suizid als Themen der Ethik
Laufzeit: 01.10.2018 bis 31.03.2020

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts sollen die Ergebnisse meiner jahrelangen Beschäftigung mit den ethischen Problemen der Selbsttötung, der direkten aktiven Sterbehilfe und der ärztlichen Beihilfe zum Suizid zusammengefasst und aktualisiert werden. Dabei muss die neuere Literatur gesichtet und ausgewertet werden, insbesondere die Veröffentlichungen, die im Vorfeld der Verabschiedung des neuen § 217 StGB und danach erschienen sind. Außerdem soll die verhältnismäßig junge Debatte über die ethische Beurteilung des Sterbefastens, auf die ich in früheren Publikationen noch nicht eingegangen bin, berücksichtigt werden.
Die Resultate des Projekts sollen ihren Niederschlag in zwei Publikationen finden. Im mentis-Verlag wird eine Monographie mit dem Arbeitstitel Das Leben beenden. Ist es moralisch erlaubt, sich zu töten? erscheinen. Geplant ist außerdem eine Anthologie zum Thema Sterbehilfe und ärztliche Beihilfe zum Suizid, in der die wichtigsten Diskussionsbeiträge seit 1970 versammelt sein werden.

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Philosophische Grundlagen einer Ethik der Demenz: Personalität und Autonomie
Laufzeit: 01.12.2015 bis 30.11.2018

Ziel des Projektes ist es, unter Berücksichtigung zentraler philosophischer und psychologischer Positionen in der Demenz-Forschung eine moralphilosophische Analyse ausgewählter Begrifflichkeiten der Demenzethik zu leisten und Fundamente einer Ethik der Demenz zu erarbeiten, die der Komplexität der Begrifflichkeiten und der Situation der Betroffenen gleichermaßen gerecht werden kann. Vor allem die Aspekte der Personalität und der Autonomie von Demenzpatienten eröffnen hier Grundlagen für eine Untersuchung, die die Zusammenhänge zwischen konzeptionellen und angewandten Problemen der Demenz-Ethik verdeutlicht. So haben Untersuchungen z.B. über den personalen Status Demenzkranker unmittelbare Auswirkungen auf Grundlagen der Patientenautonomie der Betroffenen, während zugleich die zwar abnehmenden, aber dennoch vorhandenen Fähigkeiten zur Artikulation von Präferenzen und Handlungsoptionen Rückschlüsse über die personalen Eigenschaften Demenzkranker ermöglichen. Durch Analyse dieses Spannungsfeldes zwischen grundlegenden und angewandten Problemstellungen soll der konzeptionelle und praktische Gehalt einer Position skizziert werden, die die Fähigkeiten Demenzbetroffener in den Vordergrund stellt und über Aspekte der Fürsorge hinaus zentrale Elemente einer Ethik der Demenz benennt.

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Autonome opake Systeme künstlicher Intelligenz und moralische Verantwortung
Laufzeit: 01.01.2021 bis 15.10.2022

Der Einsatz autonomer opaker Systeme künstlicher Intelligenz ruft neuartige ethische Probleme hervor. Solche Systeme sind autonom, sie "handeln" und sie sind aufgrund ihrer Opazität von moralischen Subjekten (bspw. Entwicklern und Gutachtern) nicht zu "durchschauen": Die Subjekte wissen nicht, was diese Systeme tun werden und warum sie tun werden, was sie tun werden. Als Artefakte sind diese Systeme Menschengemachtes. Selbst sind sie keine moralischen Subjekte. Allerdings sind ihre Taten von moralischer Relevanz. In dem mit Carlos Zednik (Eindhoven University of Technology) initiierten Forschungs- und Publikationsprojekt soll u.a. untersucht werden, ob in den Fällen, in denen solche Systeme in moralisch relevanter Weise "handeln", Verantwortungslücken (responsibility gaps) entstehen, und ob auftretenden Verantwortungsproblemen mit explainable AI zu begegnen ist.

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Menschenrechte und humanitäre Interventionen
Laufzeit: 01.10.2016 bis 30.09.2020

Humanitäre Interventionen werden mit dem Verweis auf die Sicherung der Menschenrechte gerechtfertigt. Auch eingedenk dieses Verweises erachten manche Autorinnen und Autoren humanitäre Interventionen als kategorisch moralisch falsch, während andere Autorinnen und Autoren humanitäre Interventionen unter bestimmten Bedingungen als moralisch richtig bestimmen. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll untersucht werden, ob die Rechtfertigung von humanitären Interventionen mit dem Verweis auf die Sicherung der Menschenrechte wohlbegründet ist oder nicht.

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Cassirers Leibniz und die Begründung der Menschenrechte
Laufzeit: 01.04.2010 bis 10.09.2015

Angesichts eines ideengeschichtlichen Hinweises von Ernst Cassirer wurde im Rahmen des von der Universität Potsdam mit einem Promotionsstipendium geförderten Dissertationsprojektes untersucht, ob sich im Anschluss an Ideen von Gottfried Wilhelm Leibniz eine Begründung der Menschenrechte formulieren lässt. Cassirer hat diese Option in diversen Studien, Reden und in nachgelassenen Fragmenten angedeutet. In seiner Weimarer Verfassungsrede von 1928 ("Die Idee der republikanischen Verfassung", u.a. abgedruckt in ECW 17) bemerkt Cassirer ausdrücklich, dass der in der Ideengeschichte der Menschenrechte eher wenig beachtete Leibniz der "erste unter den großen europäischen Denkern" gewesen sei, der "mit aller Entschiedenheit das Prinzip der unveräußerlichen Grundrechte des Individuums vertreten" habe. Neben Texten des Polyhistors Leibniz und solchen der Leibniz-Forschung standen insbesondere zwischen 1902 und 1934 erschienene Studien des Philosophen Ernst Cassirer im Fokus.

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Denken des Dazwischen, Poetik des Medialen
Laufzeit: 01.01.2021 bis 31.10.2022

Denken des Dazwischen, Poetik des Medialen.
Kooperationspartner: Prof. Dr. Anke Haarmann HAW Hamburg und PD Dr. Jörg Sternagel, Uni Passau

Abstract

Als Mitte und Mittelndes befinden Medien sich in einem Zwischenbereich, der systematisch geeignet ist, den falschen Gegensätzen zu entkommen: Anstelle von Dichotomien wie Mensch und Maschine, Subjekt und Objekt oder Dichtung und Wahrheit kann ein spannungsreiches Sowohl-als-auch in Erscheinung treten, das sich allerdings manchmal nur als Weder-Noch beschreiben lässt. Ob und wenn ja, inwiefern sich dadurch auch eine Poetik des Medialen entfalten lässt, soll Gegenstand des nächsten Workshops der AG Medienphilosophie werden. Wie können die Erscheinungsweisen und den Gestaltungsmitteln des Dazwischen, wovon und wodurch jede Begebenheit ausgeht, erforscht und entfaltet werden? Könnte im mittelnden Vermögen der Einbildungskraft das entscheidende Potential, das in Dichtung und Poesie für produktive Sichtweisen sorgt, liegen?
Gegenüber einem vermittlungs- und formvergessenen Denken gilt es die Bedeutung des Dazwischen hervorzuheben, durch die die Gegenstände geistiger Bezugnahme erst zu dem werden, was sie sind. Die Unterschiede weder zu entdifferenzieren, noch sie zu hypostasieren, sondern stattdessen die Übergänge und Zwischenräume zu ermessen, ist Ziel dieses Workshops, der am 11. und 12. April an der HAW Hamburg stattfinden soll.

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Ästhetik des Rechts.
Laufzeit: 01.10.2017 bis 30.09.2022

Wie und wodurch entsteht Recht? Wie zeigt es sich, wird wahrgenommen und dargestellt? Performative Legitimierungsprozesse und Vermittlungsformen sind vom Recht in Theorie und Praxis nicht wegzudenken. Während die Rechtsrhetorik sich den sprachlichen Vermittlungsbedingungen früh schon widmete, sind es heute auch andere Vermittlungsmedien, die an Rechtswahrnehmung, Rechtsempfindung und Rechtsfortbildung beteiligt sind. Durch derartige Vermittlungsprozesse wird dem Recht normative Kraft verliehen bzw. wird es ‚attraktiv’ gemacht. Die Ästhetik des Rechts erforscht die Entstehung, Darstellung und Wahrnehmung des Rechts jenseits seiner rationalen Grundlagen.

Erste Forschungsergebnisse, die als Auftakt zu weiteren Vertiefungen und Kooperationen dienten, wurden im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik im Februar 2018 in einem Workshop mit dem Titel ‚Recht als Gegenstand der Ästhetik’ vorgestellt.

Weiterführende Ergebnisse und Anschlüsse bildeten die Grundlage für die im März 2019 in Magdeburg veranstaltete interdisziplinäre Tagung ‚Rechtsästhetik als Ästhetik in rechtsphilosophischer Absicht’.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden nun in einem Sammelband zusammengestellt und in Verbindung zu Projekten des Feldes gebracht. Die Publikation fnden Sie hier:
Eva Schürmann und Levno von Plato (Hrsg), Rechtsästhetik in rechtsphilosophischer Absicht. Untersuchungen zu Formen und Wahrnehmungen des Rechts, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2020.
https://www.nomos-shop.de/nomos/titel/rechtsaesthetik-in-rechtsphilosophischer-absicht-id-87772/

Dies wird die Basis für eine klare Ausformulierung der unterschiedlichen Kernthesen und Richtungen des Feldes bieten, um systematisch angelegte Forschungskooperationen über benachbarte Disziplinen zu ermöglichen. Denn es wird immer ersichtlicher, dass das interdisziplinäre Vorgehen bei diesem Thema, disziplin-interne Selbstverständlichkeiten sehr produktiv hinterfragt. Philosophie, Rechtswissenschaften, Rechtspraxis, Politikwissenschaften, Medienwissenschaften, Sprachwissenschaften, Kunstwissenschaften und weitere Sozial- und Geisteswissenschaften kommen bei der Thematik unabdingbar zusammen. Um Aussagen zum Recht machen zu können, die mehr sein wollen als reine Theorie, müssen die offenkundig stark divergierenden Verständnisse von Recht, Rechtsgefühl, Narrativität, Genesis und Geltung oder ihre mediale Darstellungen miteinander in Beziehung gesetzt werden, anstatt sie lediglich in einzelwissenschaftlichen Kontexten auszuformulieren. Diese Erkenntnis wird die weitere Forschung und interdisziplinären Kooperationen zur Rechtsästhetik prägen und dem Feld klare Konturen verleihen.

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Eine anthropologische Theorie des Darstellens (Monographie)
Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2016

Das geplante Buch widmet sich der Tätigkeit des Darstellens als einem anthropologischen Existential. Gezeigt wird eine ubiquitäre Fundierung menschlicher Selbst- und Weltverhältnisse in Prozessen des Erzählens, Darlegens, Bildermachens. Ziel ist die Herausbildung einer medienkritischen Kompetenz im Umgang mit der Frage, wer, was, wann, wem wozu darstellt.

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Medienanthropologie
Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2016

Das Projekt Medienanthropologie hat sich - initiiert von Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus Universität Weimar) - als Forschungsverbund von Philosophen, Theologen, Historikern, Medien- und Filmwissenschaftlern aus Deutschland konstituiert. Ein Antrag auf eine ortsverteilte Forschergruppe bei der DFG ist in Bearbeitung. Medienanthropologisch verstanden sind Menschen Wesen, die sich in Medienpraktiken und -techniken artikulieren, wahrnehmen und wahrnehmbar machen, weil sie etwas darstellen und sich ihnen etwas darstellt. Medienanthropologie der diskursive Ort ist, innerhalb dessen es möglich wird, mit dem Menschen über den Menschen hinaus zu denken, um zu den Techniken und Dispositiven zu gelangen, die konstitutiv sind für die mediale Logik von praktisch und politisch wirksamen Interpretationen, wie sie bspw. der Theoriegeladenheit wissenschaftlicher Welterklärungen oder den Entscheidungen im Anwendungsbereich von Medizintechniken zugrunde liegen. Menschen werden als animal mediale , Medien-gebrauchende und sich in Medien bewegende Lebewesen konzipiert, wobei unter Medien sowohl technische Mittel als auch symbolische Formen wie Sprache und Bilder als auch Bewusstseinsprozesse wie Wahrnehmung, Erwartung und Erinnerung zu begreifen sind. Medialität bildet die Grundlage aller Artikulationen und Transformationen unserer Welt- und Selbstverhältnisse

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Das Recht und seine Darstellung
Laufzeit: 01.10.2014 bis 30.09.2015

Die kulturelle Praxis lebt in einer Spannung von Faktizität und Deutung. In konkurrierenden Deutungen und ihren Darstellungen stoßen kontroverse Geltungsansprüche aufeinander. Dass auch Fragen von Recht und Unrecht abhängig von Auslegungsprozessen und Darstellungen sind, wurde als Interpretativität und Narrativität des Rechts erforscht. Das Projekt einer darstellungstheoretischen Untersuchung der Rechtsprechung und Rechtspraxis zielt auf eine Analyse der in Darstellungen greifbaren Deutungsschemata und untersucht die Hergestelltheit von Darstellungen.
Die Bearbeitung des Projektes erfolgt im Rahmen eines Fellowship am Käte-Hamburger-Kolleg Recht als Kultur der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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Mitarbeit im DFG Forscher-Netzwerk Bildphilosophie
Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.03.2012

Zielsetzung des von Klaus Sachs-Hombach / Universität Tübingen geleiteten DFG-Netzwerkes "Bildphilosophie", in dem Eva Schürmann und Rainer Totzke von der Universität Magdeburg mitarbeiteten, war die (fach-)philosophische Bearbeitung des Phänomens Bild und die Klärung des Bildbegriffs im Kontext allgemeiner medienphilosophischer Überlegungen. Zentrales Anliegen einer Philosophie des Bildes ist dabei erstens zu untersuchen, was es grundsätzlich bedeutet, mit Bildern umgehen zu können und dabei zugleich die Frage zu beantworten, welchen Begriff wir uns von Wesen machen müssen, die über Bildfähigkeit verfügen. Vor dem Hintergrund dieser prinzipiellen, anthropologischen Klärungen geht es dem Netzwerk dann zweitens um eine methodologische Reflexion des breiten Spektrums bild(er)wissenschaftlicher Forschungen, die in den letzten Jahren in den unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen unternommen worden sind und die noch immer unternommen werden. Bildphilosophie soll einen Beitrag zur Systematisierung der Arbeit verschiedener bildwissenschaftlicher Disziplinen leisten, insbesondere indem methodologische Hilfestellung bei der inter- bzw. transdisziplinären Bezugnahme angeboten wird. Als Reflexion auf die Medialität und Materialität des Denkens wird das Projekt Bildphilosophie darüber hinaus aber drittens auch zur medialen und methodologischen Selbstvergewisserung von Philosophie beitragen. Die Ergebnisse der Netzwerkarbeit werden in Form dreier Sammelbände publiziert, die zugleich in Form einer virtuellen Bibliothek online zugänglich gemacht werden sollen. Herausgabe und Co-Autorschaft eines web-gestützten Glossars zum Thema interdisziplinäre Bildtheorie

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Extrospection. External access to higher cognitive processes
Laufzeit: 01.10.2018 bis 31.03.2024

The DFG-funded Research Training Group (RTG) 2386 "Extrospection.External access to higher cognitive processes” offers a structured and interdisciplinary doctoral program including a fast-track option for Master’s students. During the first funding period 2018-2023, a sophisticated admission process will select three cohorts of doctoral researchers (with application calls in 2018, 2019, and 2020) and two cohorts of fast-track students (to start in 2018 and 2019). Students are asked to apply for one (or more) of the advertised research topics. They will have to hand in a detailed 5-page proposa for an interdisciplinary doctoral project devoted to the problem of extrospection. When applying, applicants should also explain why they wish to conduct their doctoral research in a structured and interdisciplinary doctoral program. Upon admission, students will be offered a salaried doctoral position for three years. Each doctoral candidate will be assigned two experts from different disciplines as their primary and secondary supervisors.

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Diagnostic reasoning and denial of privileged access in psychiatry
Laufzeit: 01.10.2018 bis 01.10.2022

To diagnose, a psychiatrist has to come to conclusions about the mental state of patients in a reasoned and evidence-based way. First-person introspective reports by patients are still used, but "privileged access” is not necessarily granted. Instead, third- and second-person methods (EEG, fMRI, behavior, etc.) and higher-order evidence (likelihood or coherence of reports) are consulted as well.

How are these different intro- and extrospective sources weighed and compared in psychiatric reasoning? The project intends to analyse its underlying structure with current philosophical tools and investigates under which circumstances correcting or overwriting introspective reports of a patient by a psychiatrist is justifiable - and when it is not. The goal is to produce steps towards general models of psychiatric reasoning or the machinery underlying introspection, in part by focusing on concrete examples like the distinction between Charles-Bonnet- or Anton’s Syndrome as well as the distinction between hallucination and cognitive delusion. Cooperation with the psychiatrists of the Charité is planned.

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Introspektion als Signal Detektion
Laufzeit: 01.11.2015 bis 28.10.2020

Ziel des Projektes ist es, Introspektion so zu charakterisieren, dass es mit den Mitteln der Signal Detection Theory zu erfassen ist. Da die Instrumente der SDT sowohl in Psychologie als auch in Psychophysik erfolgreich waren, verspricht das Projekt die in Ungnade gefallene Methode der Introspektion fruchtbar und innerhalb wohl gesetzter Schranken wiederbeleben zu können.

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Phenomenal and Introspective Imprecision, Inaccuracy and Indeterminacy
Laufzeit: 01.06.2015 bis 28.05.2020

Die Art wie uns die Welt in der Wahrnehmung erscheint wirft die Frage auf: Wie präzise ist diese Erscheinung? Gibt es Indeterminiertheit im Erleben? Oder gibt es Indeterminiertheit nur in unseren Überzeugungen über Erleben? Das Projekt versucht diese Fragen zu präzisieren und Antwortmöglichkeiten aufzuzeigen

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Schmerz und Schmerzuschreibungen
Laufzeit: 01.11.2017 bis 30.09.2019

In Zusammenarbeit mit dem "Pain and Suffering Interdisciplinary Project" (Université du Luxembourg). Das PSIP ist ein seit mehreren Jahren laufendes Project geleitet von Dr. Smadar Bustan an der Université du Luxembourg. Es führt Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen um den Zusammenhang von Schmerz zu Leid besser zu verstehen. Mein Beitrag ist (a) eine kritische Untersuchung und Verbesserung der medizinischen Definition von Schmerzen gegen den IASP-Standard und (b) Standards von Schmerzzuschreibungen zu verbessern, i.e. Schmerzmessungen anhand von objektiven und subjektiven Kriterien, Schmerzzuschreibungen bei Tieren und Frühgeborenen anhand von nicht-sprachlichen Daten, und Bedingungen dafür vorzuschlagen, wann wir gerechtfertigt sind, den Selbstzuschreibung einer Person zu widersprechen.

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Darwinismus und linkspolitische Sozialutopien
Laufzeit: 01.01.2017 bis 01.01.2019

Klassischerweise werden darwinistische Thesen mit politischen Ideologien verbunden, die eher rechts einzustufen sind. Eine Reihe von philosophischen Autoren versucht, dies klare Zuweisung des Darwinismus als naturalistischen Unterbau einer rechtspolitischen Sozialutopie zu untergraben, indem sie die Bedingungen für die evolutionäre Stabilität von Verhalten, dass eher einer linken Ideologie zuzurechnen ist, modellieren. Dadurch wird es möglich, eine darwinistische Linke (Singer 1999) zu formulieren, die sich vom historisch-materialistischen Menschenbild loslösen kann um anschlussfähig zu sein an ein naturalistisches Menschenbild - die sich aber in ihrer Utopie von klassischen linken Positionen unterscheidet.

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Eine naturalistische Theorie der Leidensfähigkeit
Laufzeit: 01.01.2017 bis 01.01.2019

Wir gehen davon aus, dass einige Organismen leidensfähig sind und andere nicht. Das Projekt beleuchtet die Fähigkeit zu leiden aus Sicht der Philosophie des Geistes, der Phänomenologie, der Neurowissenschaft und der Evolutionstheorie. Besonderen Fokus hat der Zusammenhang von Schmerz und Leid.

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First-Person Reports and Introspection in Scientific and Diagnostic Contexts
Laufzeit: 01.11.2013 bis 30.09.2018

Introspektion wurde seit Anfang des 20. Jahrhundert zugunsten von physiologischen und behavioralen Daten in der Psychologie und angrenzenden Wissenschaften als Methode abgelehnt. Dies scheint sich durch die aufstrebenden Bewusstseinswissenschaften zu ändern. Jedoch gibt es einige methodologische Probleme (Kalibrierung, Reliabilität, etc.) und einige grundsätzliche Zweifel (Objektivität der Wissenschaft), die gegen Introspektion als wissenschaftliche Methode sprechen.
Desiderat des Projektes ist es, die Benutzung von introspektiven Berichten als wissenschaftliches und diagnostisches Faktum zu verteidigen, und Verbesserungsvorschläge für deren Benutzung zu liefern, sowie ein wissenschaftlich traktables Bild des Introspektionsmechanismus zu liefern, dass dessen Erforschung und Nutzung ermöglicht.

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Die Verarbeitung vager Prädikate
Laufzeit: 01.12.2017 bis 01.04.2018

Alxatib & Pelletier (2011) legte eine empirische Studie vor, um zu klären, welche philosophische Theorie der Vagheit unserer Verarbeitung vager Prädikate wie "groß", "rot", "flach" etc. zugrunde liegt. Bei dieser Studie wurde jedoch eine Theorie der Vagheit, die epistemische Theorie der Vagheit (Williamson 1992, 1996) nicht adäquat behandelt, weil nicht hinreichend zwischen gewusster und ungewusster Ignoranz unterschieden wurde. Wir versuchen diesen Makel durch eine Veränderung der Originalstudie zu beseitigen.

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Blickstrategien als Einflussfaktoren auf optische Illusion
Laufzeit: 20.11.2017 bis 31.03.2018

In klassischen Untersuchungen zu Einflussfaktoren auf die Wirkung optischer Illusionen sind es vor allem externe Faktoren (Eigenschaften des Stimulus) oder neuronale Faktoren (bspw. Größe der verarbeitenden Areale), die betrachtet werden. Wir möchten untersuchen, inwiefern Faktoren, die unter der Kontrolle des Subjekts stehen, Auswirkungen auf die Größe optischer Illusionen haben. Ein möglicher Punkt sind hierbei Blickstrategien. Fokus der Studie ist die Müller-Lyer-Illusion.

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Popularisierung analytischer Philosophie: Philosophie filmisch
Laufzeit: 01.12.2016 bis 01.12.2017

Popularisierung analytischer Themen in deutscher Sprache durch öffentlich zugängliche Kurzfilme; Interviews mit deutschsprachigen analytischen Philosophinnen und Philosophen. Ziel ist die Verankerung analytischer Philosophie, ihrer Themen, Grundprobleme und Methodik in der Öffentlichkeit. Die Gesellschaft für analytische Philosophie sponsort dieses Pilotprojekt der OVGU. Das Projekt kulminiert in einem öffentlich zugänglichen Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UC_aLL4PpetWJ-osKo3KUhqg

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Supererogation: Feministische Perspektiven
Laufzeit: 01.10.2021 bis 31.03.2024

In unserer moralischen Urteilspraxis werden manche Handlungen als (bisweilen sogar in hohem Maße) moralisch wertvoll, aber dennoch nicht geboten betrachtet. In der philosophischen Fachdebatte wurde dafür von J.O. Urmson in seinem Aufsatz "Saints and Heroes" der Ausdruck ‚Supererogation‘ geprägt. Wie eine solche Handlungskategorie zu definieren ist und wie bzw. ob sie sich theoretisch überhaupt begründen lässt, ist Gegenstand kontrovers geführter philosophischer Auseinandersetzungen. Weniger Beachtung hat dabei bislang der Umstand gefunden, dass das, was als Pflichterfüllung, freiwillige Mehrleistung oder gar als Heroismus verstanden wird, in unserer Urteilspraxis auch durch Geschlechterrollen und die daran geknüpften Handlungserwartungen geprägt ist. Damit hat die Frage danach, was als Supererogation gilt, auch eine genuin politische, soziale und epistemische Dimension. Daher soll unter Rekurs auf theoretische und methodische Ressourcen der feministischen Philosophie der Frage nachgegangen werden, welche Herausforderungen und Potentiale sich aus diesem Befund für die Supererogationsforschung ergeben.
Zu diesem Zweck organisiere ich gemeinsam mit Prof. Dr. Karoline Reinhardt (Passau) und Prof. Marie-Luise Raters (Potsdam) zunächst einen Workshop, der am 16./17.09.2022 als Satellitenworkshop im Anschluss an den elften internationalen Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie (GAP.11) an der Humboldt Universität Berlin stattfinden wird. Darüber hinaus ist die Herausgabe einer Special Issue zu diesem Thema in der Zeitschrift für Ethik und Moralphilosophie (ZEMO) geplant, sowie ein entsprechender Handbuchartikel im "Springer Handbook of Supererogation" (hg. von David Heyd).

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Vereinbarkeit von Sorgearbeit und akademischer Arbeit
Laufzeit: 01.04.2022 bis 31.03.2024

Die Herstellung von "Vereinbarkeit" wird heute als fester Bestandteil moderner Familienpolitik verstanden und auch in den Hochschulen ist das Thema längst angekommen. Es findet sich in den meisten Leitbildern deutscher Hochschulen, die überdies mittlerweile reihenweise als familienfreundlich zertifiziert sind. Diese durchaus begrüßenswerten Selbstverpflichtungen betreffen zwar nicht allein Vereinbarkeitsprobleme der an Hochschulen akademisch tätigen Personen, aber gerade hier scheinen die Probleme nach wie vor am gravierendsten zu sein und sich allzu leichten Lösungen zu entziehen. Und vor allem ergeben sich hier angesichts der Rahmenbedingungen des Hochschulsystems im deutschsprachigen Raum ganz spezifische Probleme.
Vor diesem Hintergrund hat die SWIP Germany e.V. im Frühjahr 2023 einen neuen Best Practice Guide zum Thema „Vereinbarkeit“ veröffentlicht (https://swip-philosophinnen.org/good-practice-guide/vereinbarkeit/), an dessen Erstellung ich im Rahmen einer entsprechenden Arbeitsgruppe, die 2022 ins Leben gerufen wurde, beteiligt war.
Darüber hinaus betreue ich gemeinsam mit weiteren Mitglieder dieser Arbeitsgruppe einen seit dem Frühjahr 2023 laufenden Themenschwerpunkt auf prae|faktisch – Ein Philosophieblog (https://www.praefaktisch.de/vereinbarkeit/). Dies soll dem Umstand Rechnung tragen, dass die im Best Practice Guide aufgeführten Problemdiagnosen und Vorschläge nicht als vollständig und abgeschlossen, sondern vielmehr als ein Debattenaufschlag zu verstehen sind – ein Debattenaufschlag um als community über Erfahrungen, Problemanalysen, Möglichkeiten der Sensibilisierung, fachspezifische Herausforderungen und Voraussetzungen, Lösungsvorschläge, Best Practice Beispiele und vieles mehr ins Gespräch zu kommen.
Schließlich habe ich im Herbst 2023 auf der X. Tagung für Praktische Philosophie in Salzburg einen Runden Tisch der SWIP zum Thema "Vereinbarkeit" organisiert, um diese Diskussion weiter zu vertiefen und auch abseits des geschriebenen Wortes miteinander ins Gespräch zu kommen. Auf dem Podium durfte ich Coretta Ehrenfeld (Heidelberg) und Tatjana Tömmel (Berlin) begrüßen, die zum Auftakt der Diskussion einige mitunter erfahrungsgesättigte Thesen zum Thema Vereinbarkeit vorstellten. Hierbei wurde einmal mehr deutlich, dass dieses Thema nicht allein hochschulpolitische und alltagspraktische Fragen betrifft, sondern durchaus auch philosophisch spannende Fragen aufwirft, etwa danach, was „Vereinbarkeit“ eigentlich ist; welche Dimensionen sie aufweist; ob und inwiefern die Forderung nach „Vereinbarkeit“ nötig und gerechtfertigt ist; bis hin zur Frage, ob Elternschaft nicht auch ein, wenngleich zumeist verkanntes, epistemisches Potential mit sich bringt.

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Des Guten zu viel? 40 Jahre Susan Wolfs "Moral Saints" - Eine Relektüre
Laufzeit: 01.02.2022 bis 30.09.2023

Corona, Klima und Weltarmut: In vielen Diskussionskontexten unserer Gegenwart geht es um die Frage, zu wieviel wir individuell verpflichtet sind, auch und gerade wenn es keine verbindlichen Regeln gibt. Müssen wir immer all unsere Lebensentscheidungen dem unterwerfen, was moralisch gefordert wäre? Und das womöglich noch leichten Herzens und mit Freude? Sollten wir alle eigentlich als ‚moralische Heilige‘ leben? In dem vor 4o Jahren erschienenen Aufsatz "Moral Saints" erklärt Susan Wolf, dass sie froh sei, keine moralische Heilige zu sein. So bezeichnet sie Personen, die ununterbrochen so gut wie möglich zu handeln versuchen. Als moralische Vorbilder seien diese unattraktiv, weil sie nach Wolf begriffsstutzig, humorlos und langweilig wirken und ihr Leben in vielerlei Hinsicht zu verpassen scheinen. Falls Heiligkeit ein moralisches Ideal sein sollte, würde etwas mit der Moral nicht stimmen. Das ist ihre zentrale These. Der Aufsatz hat seinerzeit in verschiedenen philosophischen Debatten wichtige Anstöße geliefert. Anlässlich des Jubiläums wollen wir der Frage nachgehen, wie Wolfs Diagnosen vor dem Hintergrund gegenwärtiger Themen und Diskussionen einzuordnen sind.

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Frauen* in der Philosophie. Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft
Laufzeit: 01.10.2022 bis 31.03.2023

Obwohl sich Frauen zu allen Zeiten mit philosophischen Fragen auseinandergesetzt haben, ist die Abwesenheit derselben im philosophischen Kanon in Hochschule und Schule auffallend. Darüber hinaus ist das, was wir über Frauen in vielen klassischen Werken der Philosophie zu lesen bekommen mitunter problematisch. Eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Problemen ist nicht zuletzt im Hinblick auf eine moderne, vollständige und geschlechterdiverse Lehre von Bedeutung.
Im Wintersemester 2022/23 organisieren wir daher eine Vortragsreihe, die Gelegenheit bieten soll, sowohl für Ausschlüsse als auch Stereotype im philosophischen Kanon zu sensibilisieren, deren Wirkungen bis in die Gegenwart der akademischen Philosophie kritisch zu hinterfragen und Wege zu einem neuen Umgang damit zu diskutieren.

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Die Kraft des Exempels. Eine kantische Perspektive auf das Problem der Supererogation
Laufzeit: 01.05.2013 bis 31.10.2017

Es scheint ein verbreitetes Phänomen unserer moralischen Urteilspraxis zu sein, dass wir herausragende moralische Handlungen bisweilen als (in hohem Maße) moralisch wertvoll und dennoch nicht als moralisch geboten beurteilen, d.i. als supererogatorisch. Im Zentrum der Dissertation steht die Frage, inwiefern die Kantische Ethik eine systematisch anschlussfähige Perspektive auf diese Phänomene zu liefern vermag und das obwohl sie nicht über eine Kategorie der Supererogation verfügt. Am Leitfaden dieser Frage wird zugleich das Ziel verfolgt, ausgehend von der Tugendlehre Kants, eine hermeneutisch angemessene und systematisch tragfähige Lesart der Kantischen Ethik zu rekonstruieren, wobei diese als eine Ethik der Tugend rekonstruiert wird, in deren Zentrum die Pflicht zur moralischen Selbstvervollkommnung steht. Vor diesem Hintergrund wird gezeigt, dass die Kantische Ethik, fernab davon die eingangs genannte Urteilspraxis schlicht als fehlerhaft zurückzuweisen, vielmehr einen theoretischen Rahmen für eine nuancierte moralpsychologische Analyse bietet: Moralisch herausragende Handlungen als supererogatorisch zu betrachten erweist sich demnach einerseits als eine vielschichtige Gefährdung des Strebens nach moralischer Vollkommenheit, denn es befördert selbstbetrügerische Tendenzen. Andererseits vermag die Bewunderung vermeintlich supererogatorisch handelnder Personen einen epistemischen und motivationalen Beitrag zur Beförderung der eigenen Moralität zu leisten, da sie unseren Blick auf das Tugendhafte lenkt. Gleichwohl das voraussetzt, dass man das eigene Urteil letztlich als eine Illusion durchschauen muss.

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Letzte Änderung: 18.04.2024 - Ansprechpartner: Alexander Staudacher